GRIECHENLAND-TOURISMUS 2026: FÜNF MÄRKTE BRINGEN FAST JEDEN ZWEITEN EURO – ITALIEN STICHT HERAUS

Griechenland Magazin Ellasnet

Der Griechen­land Touris­mus bleibt auch 2026 ein­er der stärk­sten Wirtschafts­fak­toren Griechen­lands. Im ersten Hal­b­jahr nahm das Land rund 8,8 Mil­liar­den Euro durch aus­ländis­che Reisende ein. Das entspricht einem Plus von 14,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die Zahl der Besuch­er legte sog­ar noch etwas stärk­er zu. Rund 13,5 Mil­lio­nen aus­ländis­che Gäste kamen zwis­chen Jan­u­ar und Juni nach Griechen­land. Das klingt zunächst nach ein­er run­dum guten Entwick­lung. Inter­es­sant wird es aber, wenn man genauer hinsieht.

Denn die Ein­nah­men sind nicht bei allen wichti­gen Herkun­ftsmärk­ten gestiegen.

Deutsch­land bleibt zwar die Num­mer eins. Deutsche Reisende ließen im ersten Hal­b­jahr rund 1,276 Mil­liar­den Euro in Griechen­land. Gle­ichzeit­ig gin­gen die Ein­nah­men aus Deutsch­land gegenüber dem Vor­jahr um 6,3 Prozent zurück.

Großbri­tan­nien liegt mit rund 1,179 Mil­liar­den Euro auf Platz zwei. Hier sieht die Entwick­lung fre­undlich­er aus: ein Plus von 8,5 Prozent.

Auch die USA leg­en weit­er zu. Amerikanis­che Gäste bracht­en Griechen­land knapp 797 Mil­lio­nen Euro, 10,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Beson­ders auf­fäl­lig ist allerd­ings Italien.

Ital­ienis­che Urlauber sorgten im ersten Hal­b­jahr für Ein­nah­men von rund 470 Mil­lio­nen Euro. Das sind sat­te 31,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gle­ichzeit­ig stieg die Zahl der ital­ienis­chen Gäste um 17,9 Prozent auf rund 728.000.

Das ist bemerkenswert, weil die Ein­nah­men damit deut­lich stärk­er gewach­sen sind als die Zahl der Besuch­er. Ital­ien ist also nicht ein­fach nur ein Markt mit mehr Gästen gewor­den. Die Reisenden lassen im Schnitt auch mehr Geld im Land.

Frankre­ich entwick­elt sich dage­gen in die andere Rich­tung. Die Ein­nah­men gin­gen um 7,4 Prozent auf rund 414 Mil­lio­nen Euro zurück.

Deutsch­land, Großbri­tan­nien, die USA, Ital­ien und Frankre­ich kom­men zusam­men auf etwa 4,14 Mil­liar­den Euro. Fast jed­er zweite Euro der griechis­chen Touris­mu­sein­nah­men im ersten Hal­b­jahr stammt damit aus diesen fünf Märkten.

Das zeigt, wie stark Griechen­land weit­er­hin von eini­gen weni­gen großen Herkun­ft­slän­dern geprägt wird. Gle­ichzeit­ig ver­schieben sich die Gewichte.

Deutsch­land und Großbri­tan­nien bleiben die bei­den Schw­ergewichte. Die USA wer­den wichtiger. Ital­ien fällt derzeit beson­ders pos­i­tiv auf. Und bei Deutsch­land und Frankre­ich zeigt sich, dass hohe Besucherzahlen allein eben noch nichts darüber sagen, wie viel Geld am Ende tat­säch­lich im Land bleibt.

Genau das ist für Griechen­land langfristig entscheidend.

Denn im ersten Hal­b­jahr stiegen die Ankün­fte um 15,4 Prozent, die Ein­nah­men aber nur um 14,8 Prozent. Die durch­schnit­tlichen Aus­gaben pro Reise gin­gen also leicht zurück.

Mehr Touris­ten bedeuten deshalb nicht automa­tisch mehr Wertschöpfung.

Ger­ade für ein Land wie Griechen­land ist das eine wichtige Frage. In vie­len bekan­nten Regio­nen und auf eini­gen Inseln sind die Belas­tungs­gren­zen in der Hoch­sai­son längst erre­icht. Noch mehr Gäste sind dort nicht zwangsläu­fig die beste Lösung.

Viel wichtiger dürfte sein, welche Gäste kom­men, wie lange sie bleiben, wohin sie reisen und wie viel von ihren Aus­gaben tat­säch­lich in Griechen­land ankommt.

Wenn Reisende auch kleinere Inseln, weniger bekan­nte Regio­nen und lokale Betriebe ein­beziehen, prof­i­tieren davon nicht nur Hotels und große Anbi­eter, son­dern auch Tav­er­nen, Cafés, Ver­mi­eter, Händler und viele kleine Familienbetriebe.

Europa bleibt dabei das Fun­da­ment des griechis­chen Touris­mus. Gäste aus den EU-27-Staat­en sorgten im ersten Hal­b­jahr für Ein­nah­men von rund 4,53 Mil­liar­den Euro. Gle­ichzeit­ig legten auch die Märk­te außer­halb der EU kräftig zu und kamen zusam­men auf rund 3,86 Mil­liar­den Euro.

Die Reise­bi­lanz Griechen­lands schloss das erste Hal­b­jahr mit einem Über­schuss von rund 6,93 Mil­liar­den Euro ab. Im Vor­jahreszeitraum waren es noch etwa 6,01 Mil­liar­den Euro.

Der Touris­mus bleibt also unverzicht­bar für die griechis­che Wirtschaft.

Die span­nen­dere Frage ist inzwis­chen aber nicht mehr nur, wie viele Men­schen jedes Jahr nach Griechen­land reisen.

Son­dern welche Art von Touris­mus das Land kün­ftig braucht.

Denn am Ende ist nicht die größt­mögliche Zahl an Gästen automa­tisch der größte Erfolg.

Quelle: tourimustoday.gr