Michael Vassiliadis mit Überzeugung an die Spitze

MichVass_IB_200Als Michael Vas­sil­iadis wieder ein­mal im Ruhrpott unter­wegs war, nahm er sein im Novem­ber ange­set­zten Inter­viewter­min mit uns wahr. Der höflichen Begrüßung in seinem repräsen­ta­tivem Büro, fol­gte umge­hend bei Kaf­fee und Gebäck eine inter­es­sante Geschichte über Werde­gang und Auf­gaben vom Chef der großen Gew­erkschaft IG Berg­bau Chemie Energie.

Schon 1961 zog es seinen Vater von Peri­s­teri in Athen nach Essen, wo er nur für kurze Zeit im Berg­bau unter Tage tätig war. Der standesamtlichen Heirat ein­er Griechin aus Essen, fol­gte 1964 die Geburt von Michael, der for­t­an in Essen Über­ruhr und Kupfer­dreh die ersten 5 Jahre sein­er Kind­heit ver­brachte. Der Umstand, dass zu dama­li­gen Zeit­en die Griechen standesamtliche Hochzeit­en nicht anerkan­nten, bescherte ihn von Beginn an die deutsche Staats­bürg­er­schaft.

Als seinem Vater 1969 ein Job bei Bay­er in Dor­ma­gen als Schichtar­beit­er mit den dama­li­gen Schichtzu­la­gen ange­boten wurde, fol­gte der Umzug an den Rhein, wo sein Vater für weit­ere 27 Jahre im Schicht­di­enst tätig war.

Michael besuchte dort die Realschule, inter­essierte sich in der Schüler­mitver­wal­tung früh für die Mit­sprache und Wahrung der Schüler­rechte.  Er begann dann 1980 eine Aus­bil­dung als Chemielab­o­rant und meldete sich zugle­ich in der Gew­erkschaft an. “Das ist wichtig, das sollte jed­er Auszu­bildende heute auch tun,” waren die Worte eines Gew­erkschafters nicht anders zu erwarten. In sein­er famil­iären Umge­bung war poli­tis­ches Denken und Reden stets Tage­spro­gramm. Auch er ver­spürte den Wun­sch sich da einzubrin­gen und trat 1981 der SPD bei.

Bere­its kurze Zeit später war der Grund­stein für die Rich­tung sein­er Zukun­ft gelegt wor­den. Als gewählter Jugend­vertreter und dort Zuständig für die Bil­dung und die Jugen­dar­beit, eignete er sich frei­willig immer mehr Wis­sen über die Auf­gaben eines Gew­erkschafters an. Dieses Wis­sen und seine inten­sive Arbeit inner­halb der Gew­erkschaft blieb nicht unbe­merkt.

Schon 1986, also nur 5 Jahre nach dem Ein­tritt in die Gew­erkschaft und in der SPD, war der Auf­stieg zunächst als poli­tis­ch­er Sekretär inner­halb der Gew­erkschaft “nur” eine Zwis­chen­sta­tion. Denn nur weit­ere 4 Jahre später, wurde ihm die NRW Lan­desleitung sein­er Gew­erkschaft anver­traut.

Neben poli­tis­chen Kon­tak­ten zu pfle­gen, war Arbeitss­chutz eine sein­er wesentlichen Auf­gaben. Einen weit­eren, rich­tung­weisenden Schritt nach vorne machte Vas­sil­iadis 1994, als er zum Geschäfts­führer der IG Chemie in Lev­erkusen bestellt wurde und er 1997 als Vor­standssekretär des dama­li­gen Vor­sitzen­den Huber­tus Schmoldt, die Fusion der Gew­erkschaften IG Chemie und IG Berg­bau auf­bauen und zum Erfolg brin­gen sollte.

“Ich habe in den 7 Jahren danach viele Pro­jek­te mutig begonnen. Jedoch war ich immer voller Überzeu­gung das Richtige zu tun. Einiges hätte auch schief laufen kön­nen,” ließ Vassliadis in seinen Worten keinen Zweifel aufkom­men, dass ver­ant­wor­tungs­be­wusstes Han­deln und Willen am Ende doch zu Erfolg führen. Er hat in dieser Zeit seine Chance ein­fach nur wahrgenom­men.

Als er im März 2004 in den Vor­stand der neuen, großen Gew­erkschaft gewählt wurde, wirk­te er auf Bun­de­sebene auch in den Gesprächen zur nationalen Inte­gra­tion mit, weil ihm die Geschehnisse in der Poli­tik und das Zusam­men­leben immer inter­essiert haben.

Der Mann ist pausen­los in Deutsch­land und Europa unter­wegs. 150.000 km im Jahr und die Ver­ant­wor­tung über 700.000 Mit­glieder und 40.000 Ehre­namtlichen in 54 Bere­ichsstellen, bewältigt er in seinem Tages­geschäft immer mit der nöti­gen Konzen­tra­tion. Sein Wis­sen und seinen Rat schätzen auch große Fir­men wie BASF, Henkel und Steag, wo er als Mit­glied des Auf­sicht­srates die Rich­tung raus der jet­zt noch spür­baren Krise mit­gestal­tet.

Michael Vas­sil­iadis war seit 1989 bis 2008 mit ein­er Ital­iener­in ver­heiratet und hat aus dieser Ehe 2 Jungs. Seine Liebe zu Griechen­land ist nach wie vor unge­brochen. Er ver­fol­gt mit großer Sorge die derzeit­ige Sit­u­a­tion in Griechen­land und freut sich zugle­ich über die WM Qual­i­fika­tion der griechis­chen National­mannschaft. “Auch wenn ich kein griechisch spreche, füh­le ich mich zu Griechen­land hinge­zo­gen. Ich habe in Düs­sel­dorf noch Ver­wandte, besuche griechis­che Kul­turver­anstal­tun­gen und reise regelmäßig nach Peri­s­teri, um dort meine Ver­wandten zu besuchen und anschließend irgend­wo in Griechen­land auch Urlaub zu machen”, schloss er nach ca. 45 Minuten unser Gespräch ab um die näch­ste Vor­standssitzung zu eilen.

Vorher aber einigten wir uns auf ein zweites Tre­f­fen, um über seine Ansicht­en und was die Zukun­ft in ein­er mul­ti­kul­turellen Arbeitswelt brin­gen wird zu reden.