Mit Griechenland statt gegen Griechenland

Natür­lich hat Athen den maßge­blichen Anteil an der Krise zu ver­ant­worten. Die Men­schen in Griechen­land haben in den let­zten Jahren ein Gespür entwick­elt, wer in so schwieri­gen Zeit­en wirk­lich aufk­lären und wer ihnen helfen will. In dieser Zeit ist das Ver­trauen in die eige­nen Poli­tik­er ver­ständlicher­weise auf dem tief­sten Punkt ange­langt. Auss­chlaggebend für diesen Ver­trauensver­lust war die gestiegene Streb­samkeit der Poli­tik­er, sich zunächst selb­st und im Anschluss daran das eigene Umfeld zu ver­sor­gen. Um wessen Geld es sich dabei han­delte oder wer bet­ro­gen wurde, spielte so lange keine Rolle, solange fast jed­er Grieche direkt oder indi­rekt davon prof­i­tierte. Das wird sich jet­zt hof­fentlich ändern!

Jet­zt näm­lich zeigt sich auch, dass Europa taten­los und lei­der ohne jegliche Kon­trollen, dieses Geschwür in Griechen­land und in Südeu­ropa hat Auswach­sen lassen. Man braucht sich also nicht wun­dern, wenn nun ganz Europa davon infiziert wer­den und durch aus­geprägte Kreis­lauf­reak­tio­nen sog­ar zum Kol­laps Europas führen kann. Daran wären nicht allein die Griechen schuld.

So gese­hen, ist ein “Sparkom­mis­sar” kein so schlechter Vorschlag gewe­sen. Ob die Griechen vor Ort es nicht kön­nen, zu hoch pok­ern oder nicht wollen, sei ein­mal dahin gestellt. So notwendig ein “Sparkom­mis­sar” in unseren Augen auch sein mag, dieser Vorschlag hätte eher kom­men müssen und bei einem Teil der griechis­chen Bevölkerung eher Zus­tim­mung gefun­den, wenn er eben nicht von ein­er Regierung aus Deutsch­land gekom­men wäre. Jet­zt plöt­zlich erin­nern sich die Men­schen in Griechen­land ganz automa­tisch an den dunkel­sten Teil ihrer Geschichte. Das war nun wirk­lich nicht mit viel Geschick ver­mit­telt wor­den. Schnell aber hat die Bun­deskan­z­lerin auf die Reak­tio­nen regiert und ihre Forderung nun entkräftet. Sie liegt in Ihrer Ein­schätzung nun goldrichtig wenn Sie sagt: “Es geht darum: Wie kann Europa unter­stützen, dass in Griechen­land die Dinge einge­hal­ten wer­den, die als Aufla­gen gegeben wer­den”, sagte Merkel. “Aber alles geht nur, indem Griechen­land und die anderen Staat­en das miteinan­der disku­tieren.” Griechen­land muss anerken­nen, dass Hil­fe nur mit stren­geren Kon­trollen ver­bun­den sein kann.

 

Ein Gedanke zu „Mit Griechenland statt gegen Griechenland

  • 6. Februar 2012 um 10:31
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    Hal­lo,
    genau­so ist es. Danke für diesen Artikel! Griechen­land wird für alle Welt als der alleinige Sün­den­bock ein­er von Beginn an miss­lun­genen europäis­chen Poli­tik dargestellt. Einzelne Men­schen die das Sys­tem aus­beuten und Macht mis­brauchen gibt es in Deutsch­land und Res­teu­ropa genau­so. Die wahre Bevölkerung in Griechen­land, übri­gens im schön­sten Reise­land im Mit­telmeer, lei­det und hungert aber. Aber die Welt­ge­mein­schaft sieht nur das, was die Medi­en wollen und wom­it europäis­che Poli­tik­er Stim­men fan­gen kön­nen. Während in Syrien z.B. gemordet wird, denkt Rus­s­land an seine Waf­fen­liefer­un­gen. Da hat man keine Worte!

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