Das “Parlament der Ausländer”

Nein, es ist kein Parlament wie wir es kennen, was am 07.02.2010 in NRW gewählt werden wird. Aber es ist ein Anfang in die richtige Richtung, der von allen Migranten wahr genommen werden sollte. In welchen Gremien sonst haben nicht eingebürgerte Migranten die Möglichkeit, unser gemeinsames Leben in Deutschland mitzugestalten. Und das kann nur geschehen, wenn ausgewogene Integrationsräte ihre Städte über Sorgen und Probleme von Migranten beraten und sich einsetzen für

  • Abbau von Ausgrenzungen
  • Erhalt und Anerkennung der kulturellen Vielfalt
  • Verbesserung der Wohnsituationen
  • Verbesserung von Schul- und Berufsausbildung
  • Förderung von Migrantenvereinen für Kultur und Sport.

Am 07.02.2010 wird in vielen Städten ein Migrationsrat und in einigen ein Migrationsbeirat gewählt werden. Während Mitglieder aus dem Migrationsrat mehr direkten Zugang zum Stadtrat gewährt wird, sind die Migrationsbeiräte eher wenig Möglichkeiten sich einzubringen. In diese Städten ist sicher noch Handlungsbedarf, was aber das Mitwirken von Migranten voraussetzt.

Die Arbeit eines Migrationsrates lebt von Anregungen und Ideen der Gesellschaft. Und ein Teil dieser Gesellschaft sind wir Griechen, für die Deutschland nicht mehr eine Zwischendurchstation ist. Geht also am 07. Februar wählen. Die meisten Städte haben Ihre Wahlbenachrichtigungen an die Wahlberechtigten verschickt. Auch diejenigen, die erst in den letzten 5 Jahren eingebürgert worden sind, können an der Wahl teilnehmen. Neu ist auch, dass sich jetzt auch bereits Eingebürgerte in die Integrationsgremien wählen lassen können. “Ein Resultat dieser neuen Regelung ist schon sichtbar: Im Vergleich zu den vorherigen Wahlen kandidieren diesmal auch sehr viele junge Menschen”, sagte Laschet. “Es war höchste Zeit, dass Menschen mit Zuwanderungsgeschichte stärker in die kommunalen Entscheidungsprozesse eingebunden werden.”

Griechen brauchen unsere Unterstützung

Mehrere Griechen sind bereits in Migrationsräten tätig und mindestens einen stärkten wir seine Idee, sich für die Wahlen am 07.02.2010 in die Wahlliste der Stadt Lüdenscheid zu setzen. Filipos Parlakoglou ist der Vorsitzende des griechischen Sportvereins Hellas Lüdenscheid und kennt in seiner Stadt fast jeden Griechen. Daher gehen wir fest davon aus, ihn bei einer der nächsten Stadtratssitzungen dort zu treffen.

Kyriaki Argyriadou (32) führt in Bielefeld den Vorsitz des Migrationsrates. Die Richtung aller Migrationsräte erarbeitet ihre Landesarbeitsgemeinschaft, die den Sitz in der Landeshauptstadt von NRW hat. Dort erweitert Kyriaki hinter den Vorsitzenden Tayfun Keltek, als 2.Vorsitzende ihren Radius für unsere Angelegenheiten. Ein Interview mit Kyriaki Argyriadou könnt Ihr hier auf der Seite unter dem Punkt Personen und Interviews lesen.

Eine Ausnahme bildet aber die Arbeit von Ioannis Goudoulakis (Bild, 71) in Leverkusen. In seiner Internationalen Liste Leverkusen (Inter-Lev)kandidieren 40 Kandidaten, davon allein 6 Griechen. Der Versicherungs-Kaufmann in Ruhestand ist seit vielen Jahren ein Aktivposten seiner Stadt. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass er auch im Lokalradio seiner Stadt ein gewichtiges Wörtchen mitzusprechen hat. “Die Arbeit ist sehr interessant und wir können im Rat 25 Sitze einbringen” freut sich der Grieche und hat in den letzten Tagen ganz besonders auf die Briefwahl gesetzt. “Die finanzielle Situation der Städte erlauben der Stadt nur ganze 10 Wahllokale. Das ist die Briefwahl für viele eine Erleichterung, zumal uns am Wahltag auch das Wetter einen Strich durch unsere Rechnung ziehen kann” meinte der agile Goudoulakis im Gespräch mit ellasnet.de. “Ich will nur hoffen, dass viele Griechen die Arbeiten Ihrer Migrationsräte unterstützen und sich an der Wahl beteiligen” fügte er auffordern hinzu und präsentierte uns sein Plakat. Das ist was auch wir wollen. Zunächst in NRW am 07.02.2010.

2 Kommentare

  1. Danke für den Artikel.
    Viele Bürgerinnen und Bürger wissen nämlich nicht, dass der Integrationsrat als politisches Vertretungsorgan der Migrantinnen und Migranten eine sehr wichtig Rolle in der Gestaltung der Integrationspolitik einnimmt.
    Darüber hinaus kann der Integrationsrat nach der Gemeindeordnung NRW sich mit allen Angelegenheiten der Gemeinde befassen. Das bedeutet, dass der Integrationsrat auch in das Kommunalpolitische Geschehen sich aktiv beteiligen kann. Dies setzt natürlich voraus, dass am 07.02.2010 die richtigen Kandidaten gewählt werden. Und die Inter-Lev (Internationale Liste Leverkusen) stellt sich wieder mit fähigen, engagierten und erfahrenen Kandidaten zur Wahl.
    Jannis Goudoulakis

  2. Hallo,

    ist ja alles schön und gut, nur bei weniger als 20% Wahlbeteiligung Bundesweit (manche Regionen nichtmal 10) fragt man wie wichtig die Leute die Wahl und die damit verbundene Mitbestimmung nehmen.

    Wohl nicht wirklich !! Oder sogar egal ?

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