Πέρασα / Erlebt — Kiki Dimula

Europäis­ch­er Lit­er­atur­preis 2010 Straßburg PRIX EUROPÉEN DE LITTÉRATURE 2010
Kiki Dim­u­la
Πέρασα / Erlebt
Gedichte griechisch-deutsch – über­set­zt von Dadi Sideri Speck
Anlässlich der Ver­lei­hung des Europäis­chen Lit­er­atur­preis­es 2010 an Kiki Dim­u­la präsen­tieren die
Ver­lage Ikaros (Athen) und Romiosi­ni (Köln) diese kleine aber feine, zweis­prachige Aus­gabe, mit
der eine bemerkenswerte Dich­terin geehrt und dem deutschsprachi­gen Lesepub­likum ans Herz gelegt
wer­den soll. Πέρασα / Erlebt umfasst eine Auswahl an 25 Gedicht­en, die bere­its in Plöt­zlich
wurde ich hell­hörig (Romiosi­ni 2008) auf Deutsch erschienen sind, hier nun aber neben dem griechis­chen
Orig­i­nal und begleit­et von sieben far­bigen Bildern des griechis­chen Malers Jan­nis Psy­cho­pe­dis
zur Gel­tung kom­men. Vertreten sind Gedichte aus fast allen Samm­lun­gen des umfan­gre­ichen
Werks der Dich­terin, alle in der Über­tra­gung der renom­mierten Lyriküber­set­zerin und Dich­terin
Dadi Sideri-Speck.
Kiki Dim­u­la wurde in Athen geboren, wo sie auch heute lebt. Sie arbeit­ete als Bankangestellte und
trat 1952 erst­mals lit­er­arisch in Erschei­n­ung. Seit­dem veröf­fentlichte sie in den Ver­la­gen Stig­mi und
Ikaros zahlre­iche Gedicht­bände sowie einen Band mit Kurzgeschicht­en. Werke von ihr wur­den in
nicht weniger als neun europäis­che Sprachen über­set­zt und vielfach aus­geze­ich­net.
Die dich­ter­ische Welt von Kiki Dim­u­la ist die Span­nung zwis­chen dem Seien­den und dem Nicht-
Seien­den, aus der sie ihre The­men — Wer­den und Verge­hen, Zeit, Ver­schleiß und Ver­lust – schöpft.
Kennze­ichen ihrer Sprache sind dabei ihr kreativ­er Eigen-Sinn über Kon­ven­tio­nen hin­weg und ihre
außergewöhn­lichen Bilder. Kiki Dim­u­la gilt als die bedeu­tend­ste lebende Dich­terin Griechen­lands.

VERFALL
In zehn Versen saugte ich jene Jahre auf
und gegen ihren Ver­lust stößt
der zertrüm­merte Rest meines Lebens.
Der erste Vers
bek­lei­det mit der Livree des Ide­alen
empfängt die Verzuck­ung
die sich am Arm mein­er Jugend stützt.
Ein schön­er Vers voller Kraft.
Schade, dass er nicht der let­zte sein kann.
[…] ΦΘΟΡΑ
Σὲ δέκα στίχους ἀπορρόφησα τὰ χρόνια ἐκεῖνα
ποὺ στὸ χαμό τους προσκρούει
τὸ συντριμμένο τῆς ζωῆς μου ὑπόλοιπο.
Ὁ πρῶτος στίχος,
ντυμένος τὴ λιβρέα τοῦ ἰδανικοῦ,
δεξιώνεται τὴν ἔξαρση
στηριγμένη στὸ μπράτσο τῆς νεότητάς μου.
Στίχος εὔρωστος κι ὡραῖος.
Τί κρίμα νὰ μὴν εἶν’ ὁ τελευταῖος.
[…]

Kiki Dim­u­la: Πέρασα / Erlebt. Gedichte griechisch-deutsch – über­set­zt von Dadi Sideri Speck
Ikaros, Athen, März 2010, ISBN
Romiosi­ni Ver­lag Köln, März 2010, ISBN 978–3‑929889–89‑5
95 S. / Preis: 25,00 € / Klap­pen­broschur

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Ein Gedanke zu „Πέρασα / Erlebt — Kiki Dimula

  • 25. April 2010 um 13:13
    Permalink

    Sehr geehrte Damen und Her­ren,

    ich hätte auch eine deutsch/griechische Geschichte zu erzählen.
    Wenn heute die Stim­mung in Deutsch­land gegen Griechen­land umgeschla­gen ist, kommt es daher, denke ich jeden­falls, wie Herr Hans Eideneier gesagt hat in der Sendung vom WDR bei west.art extra am Son­ntag den 25.04.2010, dass viele Bil­dungs­deutsche, Griechen­land mit anderen Augen sehen und ken­nen möcht­en, als soge­nan­nte 1x 2x 3 x vielle­icht auch 4x Touris­ten­deutsche. Diese sind die Mehrzahl, und von ganz bes­timmten Zeitun­gen als Sprachrohr benutzt, auch diese blö­den Witze die man jet­zt hört. Manche sind zwar auch zum schmun­zeln, in nor­malen Tageszeitun­gen, aber man muß unter­schei­den kön­nen.
    Meine Geschichte mit Griechis­chen Men­schen begin­nt schon im Jahre 1969.
    Ich kam als 20jährige junge Frau, aus Süd­deutsch­land, Schweiz­er Grenze,Kreis Wald­shut-Tien­gen, nach Stuttgart, und hat­te vorher noch nie mit Griechen zu tun gehabt.
    Damals gab es nur ital­ienis­che Gas­tar­beit­er, so sagte man zu ihnen, bei uns, die aller­meis­ten aus Sizilien. Als ich in diese Gemein­schaft der dama­li­gen Griechen kam, waren viele Flüchtlinge aus der dama­li­gen Sit­u­a­tion Griechen­lands bei uns in Deutsch­land. Junge Män­ner meis­tens, die die Mil­itär­jun­ta in Griechen­land ver­ab­scheuten, und auch oft poli­tisch ver­fol­gt waren. Am Anfang ver­stand ich nicht viel, aber mit den Jahren, je länger ich mit ihnen zu tun hat­te, ver­stand ich mehr und mehr, und was noch viel wichtiger war, ich habe mich in Griechen­land ver­liebt. Natür­lich spielte ein Mann eine nicht unwichtige Rolle dabei.
    Ich kön­nte noch mehr erzählen,aber das führt hier zu weit.

    Der Anfang dieses Gedicht­es war schon sehr gut, ich würde gerne dieses Buch haben, wenn man zwis­chen den Zeilen lesen kann, ist eine Wehmut, eine Melan­cholie darin zu spüren.

    Jet­zt möchte ich Sie ganz her­zlich Grüßen, wün­sche Ihnen alles Gute,

    Ihre Hilde­burg Aklas­sou

    PS. Natür­lich würde ich mich freuen, wenn eine Antwort von Ihnen käme.

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