Klimaschutzplan Griechenland 2030

Schritte der griechischen Regierung zum Klimaschutz: ⇒ Zum Beispiel Ausbildung in “Grüne Berufe”!

Tech­nis­che Berufe und Kli­maschutz in Ein­klang brin­gen: Darum geht es im deutsch-griechis­chen Pro­jekt GRAEDUCATION. “Wer einen grü­nen Beruf erlernt, kann den Wan­del aktiv mit­gestal­ten”, sagt Staatssekretär Thomas Rachel beim “Girls’ Day” in Athen.

Girls Day in Athen
Mäd­chen für MINT-Berufe begeis­tern: Darum geht’s beim Girls’ Day. In Athen besucht Staatssekretär Thomas Rachel das Pro­jekt “GRAEDUCATION”. “Durch die Zusam­me­nar­beit in deutsch-griechis­chen Teams sind ganz neue Konzepte für eine grüne Aus­bil­dung ent­standen, die es vorher wed­er in Griechen­land noch in Deutsch­land in dieser Form gegeben hat”, sagt Rachel. © BMBF

Rede des Par­la­men­tarischen Staatssekretärs bei der Bun­desmin­is­terin für Bil­dung und Forschung Thomas Rachel (MdB) anlässlich des „Girls’ Day“ im Rah­men des BMBF-Pro­jek­tes „GRAEDUCATION“ in Athen.

Es gilt das gesproch­ene Wort.

Sehr geehrte Damen und Her­ren,

liebe Schü­lerin­nen und Schüler,

Ich freue mich sehr, heute mit Ihnen an diesem schö­nen, zukun­ftsweisenden Ort zusam­men­zukom­men. Das Stavros Niar­chos Cul­tur­al Cen­ter ist wirk­lich ein passender Ver­anstal­tung­sort, um über inno­v­a­tive und nach­haltige Berufe zu sprechen, denn in diesem Cen­ter ste­ht Nach­haltigkeit an erster Stelle. Wo wenn nicht hier wird deut­lich, dass wir unsere Schöp­fung bewahren sollen, dass wir den kom­menden Gen­er­a­tio­nen eine lebenswerte Welt hin­ter­lassen müssen?

Über­all in Europa, auch in mein­er Heimat Deutsch­land und mein­er zweit­en Heimat Griechen­land, tra­gen junge, engagierte Men­schen diese Forderung in die Öffentlichkeit. Kli­maschutz und ökol­o­gis­ches Bewusst­sein sind extrem wichtig für die Schü­lerin­nen und Schüler von heute – sich­er auch für Sie. Deshalb sind Sie heute hier: Um mehr über „grüne Berufe“ zu erfahren. Ich danke Ihnen schon jet­zt für Ihr Inter­esse, denn grüne Berufe sind der Schlüs­sel dafür, um unsere Wirtschaft, unseren All­t­ag – kurz: unsere Zukun­ft – nach­haltig zu auszuricht­en.

Die Europäis­che Union hat sich mit dem Kyoto-Pro­tokoll verpflichtet, bis 2020 ihre Treib­haus­gas-Emis­sio­nen gegenüber 1990 um 20% zu ver­ringern. Dazu müssen alle Mit­gliedsstaat­en, auch Deutsch­land und Griechen­land, gemein­sam beitra­gen. Die deutsche Bun­desregierung hat daher den „Kli­maschutz­plan 2050“ aufgestellt und sich ehrgeizige Ziele geset­zt: Bis 2030 will Deutsch­land seine Treib­haus­gas-Emis­sio­nen um min­destens 55% ver­ringern, bis 2040 um min­destens 70%, so dass Deutsch­land bis 2050 treib­haus­gas­neu­tral wirtschaftet. Dies kann aber nur durch fun­da­men­tale Verän­derun­gen in der Indus­trie, in der Energiewirtschaft, im Verkehr, in der Land­wirtschaft und im Bausek­tor gelin­gen. Kli­mafre­undlich­es Bauen, Elek­tro­mo­bil­ität und erneuer­bare Energien sind Schlüs­sel­bere­iche, die stark wach­sen wer­den. In Griechen­land wur­den zum Beispiel zwis­chen 2013 und 2016 9 Mil­liar­den Euro in den Aus­bau erneuer­bar­er Energien investiert. Dazu sind Fachkräfte gefragt, die Solarpan­els und kli­mafre­undliche Kühlsys­teme her­stellen und instal­lieren kön­nen, die E‑Autos in Stand hal­ten, die in Wind­parks arbeit­en. Hier sind „grüne Berufe“ gefragt.  Wer einen grü­nen Beruf erlernt, kann den Wan­del aktiv mit­gestal­ten.

Gute Zukun­ftschan­cen durch hochw­er­tige Berufs­bil­dung zu schaf­fen, ist in Griechen­land wie auch in Deutsch­land ein zen­trales Ziel in der Bil­dungspoli­tik. Deshalb arbeit­en mein Min­is­teri­um, das deutsche Bun­desmin­is­teri­um für Bil­dung und Forschung (BMBF), und das griechis­che Erziehungsmin­is­teri­um seit Jahren eng zusam­men, um Ideen auszu­tauschen und voneinan­der zu ler­nen. Das geht am besten in konkreten Pro­jek­ten.

Seit zwei Jahren fördert das BMBF das Berufs­bil­dung­spro­jekt „GRAEDUCATION“, in dessen Rah­men diese Ver­anstal­tung stat­tfind­et. GRAEDUCATION mod­ernisiert vorhan­dene tech­nis­che Berufe, so dass wir ökol­o­gis­che Ziele in beru­flich­es Han­deln umset­zen kön­nen. Und dabei ist etwas sehr Schönes passiert: Durch die Zusam­me­nar­beit in deutsch-griechis­chen Teams sind ganz neue Konzepte für eine grüne Aus­bil­dung ent­standen, die es vorher wed­er in Griechen­land noch in Deutsch­land in dieser Form gegeben hat. Sog­ar wir Deutsche, die ja sehr stolz auf ihr Berufs­bil­dungssys­tem sind, haben in diesem Pro­jekt gel­ernt, wo wir unsere eigene beru­fliche Aus­bil­dung verbessern kön­nen, wie wir unsere eige­nen Inhalte der Beruf­saus­bil­dung bess­er mit dem Kli­maschutz verknüpfen kön­nen. Die Kol­legin­nen und Kol­le­gen von GRAEDUCATION nen­nen diesen Ansatz „ko-kreativ“, also Zuhören, Hin­se­hen und Zusam­me­nar­beit­en. An diesem Beispiel kön­nen wir sehen, wie frucht­bar inter­na­tionale Zusam­me­nar­beit ist, wie aus „Ko-Kreativ­ität“ ein bei­der­seit­iger Nutzen entste­ht.

An dieser Stelle möchte ich mich sehr her­zlich bei den Ver­anstal­tern, dem Forschungsin­sti­tut für Arbeits­gestal­tung und Präven­tion und dem Wis­senschaftspark Gelsenkirchen, der Handw­erk­skam­mer Mün­ster und der Deutsch- Griechis­chen Indus­trie und Han­del­skam­mer bedanken. Mein beson­der­er Dank gilt zudem den griechis­chen Koop­er­a­tionspart­nern im Pro­jekt, der griechis­chen Arbeitsver­wal­tung OAED, dem Bil­dungsin­sti­tut IEP und den teil­nehmenden EPAS Schulen und – nicht zulet­zt, den Wirtschaft­sun­ternehmen, die sich aktiv in diesem Pro­jekt engagieren.

Pro­jek­te wie GRAEDUCATION – davon brauchen wir mehr. Denn sie sind zukun­fts­ge­wandt, sie greifen wichtige Anliegen der jun­gen Men­schen auf – und: sie sind wichtiger Bestandteil der deutsch-griechis­chen Fre­und­schaft und Zusam­me­nar­beit.

Meine Damen und Her­ren, liebe Schü­lerin­nen, wir befind­en uns mit­ten in ein­er indus­triellen Rev­o­lu­tion, die sich in ein­er atem­ber­auben­den Geschwindigkeit vol­lzieht. Berufe, die gestern noch gän­zlich offline und ana­log waren, wer­den dig­i­tal. Dies gilt auch für Berufe im Handw­erk, in der Land­wirtschaft und in der Pro­duk­tion. Die Berufs­bil­dung nimmt eine zen­trale Rolle dabei ein, zukün­ftige Fachkräfte auf die mod­erne Arbeitswelt vorzu­bere­it­en. Durch eine zukun­ftsweisende, inno­v­a­tive Berufs­bil­dung sor­gen wir nicht zulet­zt dafür, dass die EU im Ver­gle­ich mit anderen Regio­nen der Welt wet­tbe­werb­s­fähig bleibt. Das führt dazu, dass Aus­bil­dungs­berufe viel anspruchsvoller wer­den. Darin liegt eine große Chance! Denn inno­v­a­tive, an Zukun­ft­s­the­men aus­gerichtete und anspruchsvolle Beruf­spro­file sind für junge Men­schen wie Sie attrak­tiv. Sie ver­sprechen eine bessere Beschäf­ti­gungs­fähigkeit, bessere Einkom­men und bessere Möglichkeit­en der beru­flichen Weit­er­en­twick­lung.

Diese Chance haben die griechis­chen und deutschen Part­ner des Pro­jek­ts GRAEDUCATION aufge­grif­f­en und wollen mit Aktio­nen wie dem heuti­gen Girls Day zeigen, welche Per­spek­tiv­en eine Beruf­saus­bil­dung in grü­nen Berufen bietet und dass ein Uni­ver­sitätsstudi­um nicht der einzige Weg zum Erfolg ist. Das soll­ten wir in Griechen­land wie in Deutsch­land noch viel mehr tun!

Die Wertschätzung für Aus­bil­dungs­berufe ist in der Gesellschaft Deutsch­lands und Griechen­lands vorhan­den. Lassen Sie sie uns gemein­sam mit den Kam­mern und den Gew­erkschaften der griechis­chen Arbeitsver­wal­tung OAED und der Deutsch-Griechis­chen Indus­trie- und Han­del­skam­mer in den Unternehmen stärken.

Hier kommt wieder das Pro­jekt GRAEDUCATION ins Spiel, das tech­nis­che Berufe an ökol­o­gis­chen Anforderun­gen aus­richtet und der Öffentlichkeit zeigt, welche Per­spek­tiv­en eine Aus­bil­dung in grü­nen Berufen bietet.  Und hier kom­men auch Sie ins Spiel. Zahlre­iche Unternehmen und Ver­bände laden Sie heute ein, grüne Aus­bil­dungs­gänge in Berufen ken­nen­zuler­nen, in denen hier in Griechen­land mit viel Wach­s­tum zu rech­nen ist; beispiel­sweise das energieef­fiziente Bauen oder Solartech­nik. Als Elek­trotech­nikerin­nen, als Tech­nikerin­nen für erneuer­bare Energien haben Sie die Chance, Ihr Kön­nen und Ihr kreatives Poten­zial in ganz neuen Berufs­bildern zu entwick­eln. Sie haben die Chance, die tech­nis­chen Kom­pe­ten­zen zu erlan­gen, um aktiv am Wan­del hin zu ein­er kli­mafre­undlichen Gesellschaft mitzuwirken.

Kli­maschutz braucht Fachkräfte, männliche wie weib­liche. Fachkräfte, die ganz prak­tisch vor Ort in unseren Städten und Dör­fern Gebäude nach­haltig ausstat­ten, Solarzellen instal­lieren, Win­dräder warten. In Griechen­land wie in Deutsch­land sind dazu mehr junge Men­schen – und ins­beson­dere mehr junge Frauen – nötig, die sich durch eine hochw­er­tige Berufs­bil­dung zu  her­vor­ra­gen­den Tech­nikerin­nen und Tech­nikern aus­bilden lassen.

Dafür zeigen Ihnen hier und heute auf dem ersten GRAEDUCATION  Girls Day in Griechen­land zahlre­iche Akteure ganz prak­tisch, wie inter­es­sant diese Berufe sind. Das ist ein schönes Konzept, und ich werde sicher­lich viele Anre­gun­gen mit nach Deutsch­land nehmen, denn auch dort entschei­den sich noch zu wenige junge Frauen für eine Aus­bil­dung in tech­nis­chen Berufen.

Meine Damen und Her­ren, liebe Schü­lerin­nen: Mit Bil­dung wollen wir einen Beitrag zur Verbindung von Ökonomie und Ökolo­gie von Wirtschaft und Kli­ma leis­ten. Es sind Her­aus­forderun­gen, die kein Land für sich alleine meis­tern kann. Wohl­stand, sozialer Zusam­men­halt, Kli­maschutz; dafür müssen wir in Europa zusam­me­nar­beit­en, und Bil­dung ist der Schlüs­sel.

In diesem Sinne bedanke ich mich noch ein­mal ganz her­zlich bei den griechis­chen und deutschen Organ­isatorin­nen und Organ­isatoren des Girls Day, die diese Ver­anstal­tung in ihrer eige­nen Form von europäis­ch­er Zusam­me­nar­beit auf die Beine gestellt haben. Ich wün­sche allen Teil­nehmerin­nen und uns allen einen span­nen­den Tag!

Quelle Foto Mete­o­ra: vis­it­greece

Quelle: Pressetext aus Bildungsministerium für Bildung und Forschung