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Religionsunterricht in Griechenland jetzt kein Muss mehr

Griechen­land: Abmel­dung vom Reli­gion­sun­ter­richt erleichtert
Die Neuregelung wurde durch den Europäis­chen Men­schen­rechts- gericht­shof erzwun­gen — Motive müssen nicht mehr angegeben werden
Athen — In Griechen­land müssen Eltern, die ihre Kinder vom Reli­gion­sun­ter­richt abmelden wollen, in Zukun­ft nicht mehr ihre Motive und ihre religiöse Zuge­hörigkeit bekan­nt­geben. Dies geht laut Kath­press aus ein­er Mit­teilung des Unter­richtsmin­is­teri­ums in Athen her­vor, mit der eine Entschei­dung des Europäis­chen Men­schen­rechts­gericht­shofes umge­set­zt wird. Der ortho­doxe Reli­gion­sun­ter­richt ist in den griechis­chen Schulen Pflicht­ge­gen­stand. Mit der Neuregelung wurde die Abmel­dung erleichtert.

Die ortho­doxe Kirche von Griechen­land, der 98 Prozent der Bevölkerung ange­hören, hat bish­er zu der Neuregelung nicht offiziell Stel­lung genom­men. Ihr wurde 1850 vom Öku­menis­chen Patri­ar­chat von Kon­stan­tinopel die Autokephalie (juris­dik­tionelle Eigen­ständigkeit) zuge­sprochen. Ver­fas­sungsrechtlich hat die Ortho­dox­ie den Rang ein­er Staat­sre­li­gion. (APA)
Quelle : derstandard.at